Grumman F-14 Tomcat

 

 

 

 

Die Grumman F-14 Tomcat ist ein überschallschnelles, zweistrahliges, mit Schwenkflügeln ausgestattetes zweisitziges Kampfflugzeug, das für die United States Navy entwickelt und ab 1974 eingesetzt wurde. Ihre primären Aufgaben sind die des Luftüberlegenheitsjägers, Flottenverteidigung und Präzisionsschläge gegen Bodenziele.

 

Typ:           Luftüberlegenheitsjäger
Entwurfsland:           USA
Hersteller:           Grumman Aerospace Corporation
Erstflug:           21. Dezember 1970
Indienststellung:           September 1974
Produktionszeit:           1974 bis 1992
Stückzahl:           712

 

Die letzte Tomcat wurde von der US Navy am 22. September 2006 ausser Dienst gestellt. Seitdem fliegen nur noch die Streitkräfte des Iran offiziell dieses Flugzeug.

 

             
                             
             
                             
             
                             
                 

 

Geschichte

Entwicklung

Die Navy suchte Ende der 1960er Jahre nach einem Ersatz für ihre in die Jahre gekommenen trägergestützten Jäger, vor allem die F-4 Phantom II. Zugleich sollte das neue Flugzeug auch als langsam fliegende Raketenabschussbasis zur Flottenverteidigung und somit als Ersatz für die geplante und aus Kostengründen wieder verworfene F6D Missileer dienen. Als auch das Programm F-111B zu scheitern drohte (das Flugzeug war für Trägerlandungen zu gross und zu schnell), warf Grumman im Oktober 1967 den Entwurf G303, die spätere Tomcat, in den Ring. Die Frage, ob das Flugzeug starre Flügel oder wie die F-111 Schwenkflügel besitzen sollte, liess man zunächst offen. Die Navy ging allerdings noch nicht auf das Angebot ein, da man noch letzte Versuche unternehmen wollte, die F-111B zu retten.

Erst im Juli 1968, nachdem das Projekt F-111B mit Sicherheit aufgegeben worden war, schrieb die Navy wieder einen Flotten-Abfangjäger unter dem Titel VFX aus. Grumman bot die G303 gegen Entwürfe von Northrop American, LTV, General Dynamics und McDonnell-Douglas an. Schliesslich erhielt Grumman, die seit drei Jahrzehnten immer wieder erfolgreiche Flugzeugmuster für die Navy gebaut hatten, im Januar 1969 den Zuschlag. Das Projekt erhielt hohe Priorität, da man durch die gescheiterten Missileer- und F-111-Projekte viel Zeit verloren hatte und sich die Navy Sorgen wegen neuer sowjetischer Hochleistungsflugzeuge wie der MiG-25 machte.

Der Name Tomcat wurde zu Ehren des Navy-Vizeadmirals Tom „Tomcat“ Connolly gewählt. Er opferte seine eigene Karriere, als er in einer offenen Kongressdiskussion gegen einen Senator aufstand, und die von diesem favorisierte F-111B als ungeeignet bezeichnete. Sein Kommentar kostete ihn, nach der Einschätzung von Admiral Miller die Chance auf einen vierten Stern, machte ihn aber zum Namensgeber der F-14. Zudem passte dieser Spitzname zur Tradition der Navy, die Flugzeuge von Grumman mit felinen Namen zu belegen.

Im Frühjahr 1969 war die Entscheidung für die Schwenkflügel gefallen, und man kam überein, dass zunächst sechs Prototypen YF-14A Tomcat gebaut und intensiv getestet werden sollten. Später wurde der Vertrag auf zwölf Flugzeuge ausgedehnt. Der erste flugfähige Prototyp hob am 21. Dezember 1970 mit den beiden Grumman-Werkspiloten William Miller und Robert Smythe zu einem ersten kurzen Flug mit voll ausgeschwenkten Flügeln vom Boden ab. Beim zweiten Testflug neun Tage später ging die Maschine durch einen Hydraulik- und Triebwerksschaden verloren. Miller und Smythe konnten sich knapp über Baumwipfelhöhe aus dem abstürzenden Flugzeug schiessen. Das Testprogramm hätte kaum einen ungünstigeren Verlauf nehmen können. Bis Mai 1971 wurde deshalb zunächst weiter an der F-14 entwickelt, bevor die Erprobung fortgesetzt wurde. Dabei gingen nochmals zwei Maschinen verloren. Am 20. Juni 1973 kollidierte bei Waffentests eine AIM-7 Sparrow-Rakete kurz nach dem Abschuss mit dem Prototypen Nr. 5. Die Jetbesatzung konnte sich mit dem Schleudersitz retten und bekam später den humorvollen Titel „Die Tomcat-Piloten, die sich selbst abgeschossen haben“ verliehen. Als Konsequenz aus diesem Unfall wurden die pyrotechnischen Ladungen an den Raketenpylonen verstärkt. Der Waffenabschusstest hatte somit seinen Zweck erfüllt. Am 29. Juli 1973 starb William Miller, als er – allein fliegend – mit dem Prototypen Nr. 10 abstürzte.

Die ersten in Serie gebauten Tomcats wurden bereits ab Oktober 1972 an die Naval Air Station (NAS) Miramar in Kalifornien ausgeliefert.

 


VF-31 Tomcatters

 

 

Indienststellung und Einsätze bei der US Navy

Im September 1974 lief die USS Enterprise in den Pazifik aus. An Bord befanden sich die ersten beiden F-14-Staffeln VF-1 Wolfpack und VF-2 Bounty Hunters als Teil des Bordgeschwaders „Carrier Air Wing 14“. Insgesamt erhielt die Navy inklusive der 12 Prototypen 478 Flugzeuge des Typs F-14A, mit denen die McDonnell Douglas F-4 Phantom II und F-8 Crusader im Flottendienst ersetzt wurden.

Die Piloten gaben der F-14A wegen ihrer Vielzahl an Klappen, Spoilern und Vorflügeln bald den Spitznamen „Truthahn“. Sie war zunächst nicht sehr beliebt bei ihren Besatzungen, da sie zwar ein leistungsfähiges Flugzeug, aber auch gross, schwer, etwas untermotorisiert, manchmal nicht leicht zu handhaben und bei Trägerlandungen oft ein „schwieriges Kind“ war. Die weit auseinander liegenden Triebwerke führten dazu, dass der Jet im Nachbrennerbetrieb bei Ausfall eines Triebwerks sofort in eine schwer auffangbare Drehung überging. Allgemein waren die TF-30-Triebwerke problembehaftet. Am schlimmsten war die Tendenz, Turbinenschaufeln zu verlieren, die dann im Triebwerk umherflogen, es zerstörten und auch durch den Rumpf schnitten.

Trotz ihrer Schwierigkeiten erfüllte die Tomcat die ihr zugedachte Rolle sehr gut. Sie konnte lange Zeit in weit entfernten Gebieten patrouillieren. Ihre Bewaffnung und Radar machten sie zu einem beeindruckenden Schutzschild für ihre Trägergruppe. Im Nahkampf war sie dank ihrer Schwenkflügel sehr wendig. Die letzte Version der Phoenix-Rakete (AIM-54C) liess sich ab 1979 auch als Antischiffsrakete verwenden.

Sorgen bereitete den Navy-Verantwortlichen, dass die Tomcat in der Flottenverteidigung nie wirklich im Kampf getestet wurde. Während der Evakuierung von Vietnam 1975 flogen die brandneuen Tomcats zwar Jagdschutz, wurden aber nicht in Kämpfe verwickelt. Erstmals traf die F-14A 1981 über dem Mittelmeer auf Feindflugzeuge. Libyens Staatschef Ghaddafi hatte den Golf von Sidra zu libyschen Hoheitsgewässern erklärt. US-Präsident Ronald Reagan liess die Trägergruppe der USS Nimitz in den Golf einfahren, um Ghaddafi herauszufordern.

Am 18. August 1981 kam es zu einer Konfrontation zwischen zwei Tomcats und libyschen Jets, aber es wurden keine Schüsse abgefeuert. Am nächsten Tag waren die libyschen Piloten aggressiver. Zwei Bodenangriffsflugzeuge vom Typ Suchoi Su-22 griffen zwei Tomcats der VF-41 Black Aces an. Die führende Su-22 feuerte eine Luft-Luft-Rakete ab, die allerdings das Ziel nicht verfolgte. Die beiden F-14 erwiderten das Feuer mit AIM-9L Sidewinder-Raketen und schossen die libyschen Flugzeuge ab.

Im Oktober 1985 fingen vier Tomcats, VF-74 Bedevilers und VF-103 Sluggers, stationiert auf der USS Saratoga - eine ägyptische Boeing 737 ab, die Terroristen, welche das italienische Kreuzfahrtschiff Achille Lauro entführt hatten, an Bord hatte.

Im März 1986 feuerte Libyen Boden-Luft-Raketen auf über dem Golf von Sidra patrouillierende F-14 der USS America und USS Saratoga. Als Gegenmassnahme zerstörten gemischte Angriffsgruppen der America, Saratoga und Coral Sea die Raketenstellung und versenkten einige libysche Patrouillenboote.

Ende 1986 flogen Tomcats Jagdschutz für die Bombardierung von Tripolis und Bengasi durch F-111 Aardvarks während der Operation Eldorado Canyon.

Im Januar 1989 zerstörten zwei Tomcats der VF-32 Swordsmen zwei angreifende libysche MiG-23 Flogger-B mit AIM-9 Sidewinder- und AIM-7 Sparrow-Raketen.

Dies waren die einzigen Abschüsse durch US-Jagdflugzeuge, die nicht während eines Krieges erfolgten.

 


VF-21 Freelancers

 

Ausserdienststellung

Am Freitag dem 22. September 2006 wurde auf der Oceana Naval Air Station in Virginia die letzte F-14 der US Navy feierlich ausser Dienst gestellt.

Somit sind nur noch im Iran Tomcats im Einsatz. Die USA gaben am 2. Juli 2007 bekannt, dass alle noch verwendungsfähigen F-14 verschrottet werden. Dabei sollen die Flugzeuge derart zerstört werden, dass ein illegaler Handel von Ersatzteilen in den Iran ausgeschlossen ist.

Vorerst bleibt damit die McDonnell Douglas F/A-18 das einzige Kampfflugzeug an Bord der Träger. Erst ab ca. 2012 wird nach derzeitigen Planungen die Lockheed Martin F-35 zur Flotte kommen.

 

Hollywood

 

Die Tomcat war auch 1986 der heimliche Star im US-Kinofilm Top Gun mit Tom Cruise,
der den Jet in allen nur denkbaren Fluglagen zeigte.
Der Film wurde mit grosser Unterstützung durch die US Navy und
das Pentagon gedreht und verfehlte seine Wirkung nicht:
Schon kurz nach Kinostart stürmten junge Männer die Rekrutierungsbüros
der Navy und wollten Tomcat-Piloten werden.
             
   
       
       
Schon 1980 waren die F-14A der Staffel VF-84 – mit der Piratenflagge auf dem Heckleitwerk,
dem
„Jolly Roger“ – im Film
Der letzte Countdown zu sehen.
   
       
       
       
In der amerikanischen Fernsehserie JAG - Im Auftrag der Ehre ist der Hauptcharakter Harmon Rabb Jr.
ein ehemaliger F-14-Pilot. Ebenso spielen in vielen Folgen Einsätze oder
Unfälle mit Beteiligung der F-14 eine Rolle.
   
       

 

 

Konstruktion

Pilot und Radar-Abfangoffizier (Radar Intercept Officer, kurz RIO) sitzen im Cockpit hintereinander. Die Cockpit-Einrichtungen sind für Pilot und RIO spezialisiert und überwiegend nicht doppelt ausgelegt. Die Besatzung sitzt unter einer haubenförmigen Kuppel mit guter Sicht in alle Richtungen, die nach hinten aufschwenkt. Das Cockpit wird über ausklappbare Trittstufen erreicht.

 

Flugwerk

Das Flugwerk der F-14 besteht aus einer von der F-111 adaptierten und weiterentwickelten Schwenkflügel-Konstruktion. Vorteil dieses Systems ist, dass man mit ausgeschwenkten Flügeln genügend Auftrieb für den langsamen Flug bei Trägerstarts und -landungen zur Verfügung hat, und andererseits mit eingeschwenkten Flügeln optimale Stabilität und Manövrierbarkeit beim Überschall-Flug erreicht. Nachteilig ist, dass die Schwenkflügel den Jet gross, kompliziert und teuer machen.

 

Um im Überschallflug die durch Wechsel der Flügelgeometrie bedingten Änderungen des Nickwinkels aufzufangen, besitzt die F-14A kleine automatisch ausgefahrene dreieckige Vorflügel am Übergang zwischen Cockpit und Flügelwurzel. Standardmässig wird die Flügelpfeilung der Tomcat automatisch vom Mach Sweep Programmer (MSP) in Abhängigkeit von der Fluggeschwindigkeit zwischen 20° und 68° geregelt. Der Pilot kann die Pfeilung auch manuell einstellen. Für Bodenangriffe gibt es einen festen Modus bei 55°. Um weniger Platz auf dem Flugzeugträger einzunehmen, können die Flügel bis 75° „überschwenkt“ werden und überlappen dann die Höhenruder.

Die Flügel besitzen Spoiler zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit sowie über fast die gesamte Länge Klappen an der Flügelhinterkante und Vorflügel an der Vorderkante, um das Flugzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten besser steuerbar zu machen. Die inneren Klappen sind deaktiviert, wenn die Flügelpfeilung ihre Beweglichkeit behindern würde. Im Landeanflug kann der Pilot die Spoilerposition über ein Daumenrad am Steuerknüppel einstellen, um Geschwindigkeit und Winkel des Abstiegs zu regulieren, ohne die Lage des Flugzeugs ändern zu müssen.

Am Heck befinden sich zwei vollbewegliche horizontale Heckflossen zur Höhen- und Rollregulierung sowie zwei nach aussen abgeschrägte Seitenleitwerke, die auf den Triebwerksgehäusen befestigt sind. Des Weiteren gibt es unter dem Rumpf zwei kleine senkrecht nach unten zeigende Flossen. Über und unter dem Rumpf sind vor den Triebwerksauslässen hydraulisch bewegte Bremsklappen montiert.

 

Rumpf

Wie schon bei vorhergehenden Grumman-Flugzeugen besteht auch der Rumpf der Tomcat aus Aluminium-Legierungen und Titan. An einigen Stellen kommen darüber hinaus Graphit-Epoxy-Verbundwerkstoffe zum Einsatz. Die Tankkapazität beträgt 9.025 Liter. Die Triebwerke der F-14A vom Typ Pratt & Whitney (P&W) TF30-P-412 waren von der F-111B übernommen worden. Sie leisten jeweils 68 kN Trockenschub und 93 kN Schub mit Nachbrenner.

 

Triebwerke

Die Triebwerke sitzen in einzelnen Gehäusen unter dem Rumpf. Hauptgrund für diese Konfiguration war, dass sie gute Luftzufuhr für die Triebwerke sicherstellte, was unter anderem für die F-111 ein grosses Problem war, und die Triebwerke sind für Wartungsmannschaften gut zugänglich. Jedes Triebwerk hat einen keilförmigen Lufteinlass mit einer verstellbaren Rampe am Hals und ist leicht seitlich nach aussen verschränkt. Unter jedem Triebwerksgehäuse kann ein Aussentank mit 1.100 Liter Treibstoff mitgeführt werden. Auf der rechten Cockpitseite befindet sich eine einziehbare Sonde zur Luftbetankung.

 

Fahrwerk

Das Fahrwerk ist besonders stabil ausgelegt, um sichere Trägerlandungen zu ermöglichen. Die beiden hinteren Räder werden in die Flügelkästen eingefahren. Das steuerbare Vorderfahrwerk hat Zwillingsbereifung und eine Befestigung für den Flugzeugträger-Katapult. Hinten zwischen den Triebwerksauslässen befindet sich der Fanghaken.

 

Bewaffnung

Die Hauptwaffe der Tomcat ist die grosse Hughes AIM-54 Phoenix mit 200 km Reichweite und aktivem Radar sowie dem Feuerleitsystem AWG-9. Die Tomcat muss das Ziel im Raketen-Endanflug nicht mit dem Bordradar „beleuchten“. Prinzipiell sollte es die Rakete der Tomcat ermöglichen, Eindringlinge auf sehr grosse Entfernung zu zerstören. Die Phoenix-Rakete war ebenfalls von der F-111B übernommen worden und stellt die letzte Entwicklungsstufe der Falcon-Serie von Luft-Luft-Raketen dar. Sie konnte nur von der Tomcat getragen werden. Maximal konnten sechs Phoenix-Raketen mitgeführt werden (vier im „Tunnel“ unter dem Rumpf und zwei an Flügelpylonen). Allerdings sind die Raketen so schwer, dass eine Tomcat nicht mit sechs Stück auf einem Träger landen kann. Des Weiteren ist durch die zwei zusätzlichen Raketen an den Flügelpylonen der Widerstand so hoch, dass die Flugleistungen, insbesondere die Reichweite, herabgesetzt werden.

In der Praxis bestand die Standardbewaffnung aus vier Phoenix sowie je zwei AIM-7 Sparrow halbaktiven (SARH)-Raketen und zwei wärmesuchenden AIM-9 Sidewinder für den Nahkampf. Die Sparrow und Sidewinder werden unter beengten Verhältnissen an einer Doppelpylone an der Flügelwurzel aufgehängt, da die Flügel selbst durch Klappen und Spoiler belegt sind und es überdies schwierig (aber nicht unmöglich) wäre, an einem schwenkenden Flügel Pylonen aufzuhängen. Wenn keine Phoenix mitgeführt werden, können unter dem Rumpf drei weitere AIM-7 montiert werden.

Für den Luftnahkampf verfügt die Tomcat über ein links unter dem Cockpit montiertes Gatling-Geschütz M61 Vulcan mit 675 Schuss.

Die F-14D „Super Tomcat“ kann auch Präzisionsgelenkte Munition der Paveway- und JDAM-Serie zur Bekämpfung von Bodenzielen einsetzen.

 

TARPS

Schon früh fand sich die Tomcat in der Rolle des Aufklärers wieder. 1979 begann das Naval Air Test Center in Patuxent River (Maryland) mit der Entwicklung des TARPS-Systems (Tactical Air Reconnaissance Pod System) für die Tomcat. TARPS wurde aus einem Aufklärungssystem für die Vought A-7 Corsair weiterentwickelt, das nie Serienreife erlangt hatte. Der aerodynamische Behälter ist etwa 5,18 m lang und wiegt 794 kg. Er enthält eine Kamera in der Nase, eine weitere Panorama-Kamera im Mittelteil und einen Infrarotscanner im hinteren Teil. Der TARPS-Behälter wird an der rechten hinteren Station im „Rumpftunnel“ befestigt und belegt sämtliche dortigen Raketenstationen. Da er zusätzliche elektrische Leitungen erfordert, wurden 50 Tomcats speziell für TARPS umgebaut. Das System wird vom Radarabfangoffizier auf dem Rücksitz kontrolliert, der dazu über ein neues TARPS-Display verfügt, auf dem er die Aufklärungsdaten verfolgen kann. Der Pilot kann über einen Schalter am Steuerknüppel die Kameras ein- und ausschalten.

TARPS wurde 1980 in der Flotte eingeführt und erwies sich als sehr wertvoll, da zu dieser Zeit mit der RF-8G Crusader das letzte spezialisierte Aufklärungsflugzeug aus dem aktiven Dienst ausschied. Eigentlich sollte TARPS nur eine Zwischenlösung sein, da die US Navy hoffte, bald eine Aufklärungsversion der McDonnell Douglas F/A-18 Hornet zu erhalten, was allerdings nie passierte. Stattdessen wurden die TARPS-Tomcats zur ständigen taktischen Aufklärungsplattform der Navy.

 

Versionen

F-14A

Erste Produktionsversion (ausgeliefert ab 1973) für die US-Navy (554 Stück).

F-14A/TARPS

F-14A die, ausgerüstet mit dem TARPS-System, als Aufklärer verwendet wurden (50 Stück).

F-14A (Plus)

Hauptunterschied dieser ab 14. November 1987 gebauten Version zur F-14A sind die neuen Triebwerke F110-GE-400 von General Electric. Dieser Ersatz wurde notwendig, da die ursprünglich eingebauten TF30-Triebwerke von P&W zu keinem Zeitpunkt befriedigen konnten. Sie waren leistungsschwach, schwer wartbar, und überdies unzuverlässig und unfallträchtig. Häufigste Ursache für den Verlust von Tomcats war, dass Turbinenschaufeln abbrachen, durchs Triebwerk flogen und es dabei zerstörten. 1991 wurde die F-14A (Plus) in F-14B umbenannt. (Neu gebaut: 38 Stück, umgebaute F-14A: 47 Stück, insgesamt: 85 Stück)

F-14B

Prototyp einer F-14 mit F401-P-400 Triebwerken (2 Stück). Ein Modell flog am 12. September 1973, das zweite wurde nicht fertig gestellt, Programm aus Kostengründen eingestellt. Ab 1991 Bezeichnung für die F-14A (Plus).

F-14C

geplante Entwicklung einer Tomcat mit TF30-P-414A Triebwerken und modernerer Avionik, Programm aus Kostengründen eingestellt.

F-14D

Die ab 1990 ausgelieferte bzw. aus älteren Flugzeugen umgebaute F-14D stellen eine grundlegende Modernisierung im Rahmen der begrenzten Ausbaumöglichkeiten des Flugzeugs dar. Neu sind das AN/APG-71-Radarsystem, eine digitale Flugsteuerung, verbesserte Gegenmassnahmen zum Selbstschutz, Nachtsichtkompatibilität, Zieltransferkapazität und verschiedene Bauteile, die der F-14 nun auch das Angreifen von Bodenzielen ermöglichen (die war bei der ursprünglichen Konzeption des Flugzeugs nicht vorgesehen). (Neu gebaut: 37 Stück, umgebaute F-14A: 18 Stück, insgesamt: 55 Stück)

Super Tomcat21

geplante Weiterentwicklung der F-14D, sollte den doppelten Kampfradius einer F-14D haben. Es sollten zwei Versionen produziert werden, darunter auch eine Angriffsvariante. Dieses Programm wurde jedoch zu Gunsten der F/A-18 E/F Super Hornet stillgelegt.

 

Technische Daten

Kenngrösse   Daten der F-14A Tomcat   Daten der F-14D Super Tomcat
         
Länge:   19,10 m   19,10 m
Spannweite:   - ausgeschwenkt: 19,55 m
- eingeschwenkt im Flug: 11,65 m
- eingeschwenkt unter Deck: 10,15 m
  - ausgeschwenkt: 19,55 m
- eingeschwenkt im Flug: 11,65 m
- eingeschwenkt unter Deck: 10,15 m
Höhe:   4,88 m   4,88 m
Flügelfläche:   52,49 m²   52,49 m²
Flügelstreckung:   - ausgeschwenkt: 7,28 m
- eingeschwenkt: 2,58 m
  - ausgeschwenkt: 7,28 m
- eingeschwenkt: 2,58 m
Tragflächenbelastung:   - Minimal (Leergewicht): 347 kg/m²
- Normal (norm. Startgewicht): 518 kg/m²
- Maximal (max. Startgewicht): 625 kg/m²
  - Minimal (Leergewicht): 361 kg/m²
- Normal (norm. Startgewicht): 528 kg/m²
- Maximal (max. Startgewicht): 642 kg/m²
Leergewicht:   18.191 kg   18.951 kg
Normales Startgewicht:   27.215 kg   27.760 kg
Maximales Startgewicht:   32.805 kg   33.724 kg
interne Tankkapazität:   7.348 kg   7.351 kg
Höchstgeschwindigkeit:   Mach 2,37 bzw. 2.517 km/h
(auf 10.975 m)
  Mach 1,88 bzw. 1.996 km/h
(auf 10.975 m)
Dienstgipfelhöhe:   17.070 m   16.154 m
Steigrate:   229 m/s   244 m/s
Einsatzradius:   1.167 km   926 km
Flugreichweite:   3.220 km   2.960 km
Triebwerk:   zwei Pratt & Whitney
TF30P-412A-Turbofans
  zwei General Electric
F110-GE-400-Turbofans
Schubleistung:   - mit Nachbrenner: 2x 92,9 kN
- ohne Nachbrenner: 2x ca. 68 kN
  - mit Nachbrenner: 2x 120,49 kN
- ohne Nachbrenner: 2x 73,9 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis:   - Maximal (Leergewicht): 1,04
- Normal (norm. Startgewicht): 0,7
- Minimal (max. Startgewicht): 0,58
  - Maximal (Leergewicht): 1,3
- Normal (norm. Startgewicht): 0,88
- Minimal (max. Startgewicht): 0,73
Bewaffnung:   eine M61A1 Vulcan-Geschütz
mit 675 Schuss
6.577 kg Waffenlast an 10 externen
Pylonen bestehend aus
AIM-54 Phoenix,
AIM-9 Sidewinder,
AIM-7 Sparrow
  eine M61A1 Vulcan-Geschütz
mit 675 Schuss
6.577 kg Waffenlast an 10 externen
Pylonen bestehend aus
AIM-54 Phoenix,
AIM-9 Sidewinder,
AIM-7 Sparrow, sowie zusätzlich
gelenkte und ungelenkte Bomben
Besatzung:   Pilot und Radar-Abfang-Offizier (RIO)   Pilot und Radar-Abfang-Offizier (RIO)

 

F-14 Staffeln

Staffeln   Name   Rufzeichen   von   bis
                 
VF-1   Wolfpack   Wichita   14. Okt. 1972   1. Okt. 1993
VF-2   Bounty Hunters   Bullets   14. Okt. 1972   2003
VF-11   Red Rippers   Ripper   mitte 1980   anfangs 2005
VF-14   Tophatters   Camelot   Juli 1973   Okt. 2001
VF-21   Freelancers   Lance   anfangs 1984   Jan. 1996
VF-24   Renegades   Rage   Dez. 1975   Aug. 1996
VF-31   Tomcatters   Tomcat   Aug. 1980   Sep. 2006
VF-32   Swordsmen   Gypsy   Juli 1973   Okt. 2005
VF-33   Starfighters   Tarbox   Juni 1981   24. Sep. 1993
VF-41   Black Aces   Fast Eagle   April 1976   Okt. 2001
VF-51   Screaming Eagles   Eagles   Mai 1976   16. Feb. 1995
VF-74   Be-Devilers   Devil   anfangs 1983   28. April 1994
VF-84   Jolly Rogers   Victory   Juni 1976   ende 1995
VF-101   Grim Reapers   Gunfighter   ende 1975   Sep. 2005
VF-102   Diamondbacks   Diamond   mitte 1981   März 2002
VF-103   Jolly Rogers
(ehem. Sluggers)
  Victory   anfangs 1983   anfangs 2005
VF-111   Sundowners   Sundowner   mitte 1976   16 Feb. 1995
VF-114   Aardvarks   Aardvark   anfangs 1976   28. Jan. 1993
VF-124   Gunfighters   Gunslinger   1972   30. Sep. 1994
VF-142   Ghostriders   Dakota   ende 1974   März 1995
VF-143   Pukin' Dogs   Dog   ende 1974   anfangs 2005
VF-154   Black Knights   Black Knight   anfangs 1984   Sep. 2003
VF-191   Satan's Kittens   Hellcat   4. Dez. 1986   Sep. 1988
VF-194   Red Lightnings   Red Flash   1. Dez. 1986   Sep. 1988
VF-201   Hunters   Hunter   Okt. 1986   Dez. 1998
VF-202   Superheats   Superheat   März 1987   9 Juli 1994
VF-211   Checkmates   Nickel   1. Dez. 1975   Sep. 2004
VF-213   Black Lions   Black Lion   anfangs 1976   April 2006
VF-301   Devil's Disciples   Devil   Okt. 1984   11. Sep. 1994
VF-302   Stallions   Stallion   April 1985   11. Sep. 1994
VX-4   Evaluators       ende 1972   30. Sep. 1994
VX-9   Vampires       ende 1994   Juni 2004

 

F-14 Staffeln

Staffeln   Staffel-   Flugzeug-   Felix-   Schwanz-
    Abzeichen   Abzeichen   Abzeichen   Markierungen
VF-1        
                 
VF-2        
                 
VF-11        
                 
VF-14        
                 
VF-21        
                 
VF-24        
                 
VF-31        
                 
VF-32        
                 
VF-33        
                 
VF-41        
                 
VF-51        
                 
VF-74        
                 
VF-84        
                 
VF-101        
                 
VF-102        
                 
VF-103        
                 
VF-103        
                 
VF-111        
                 
VF-114        
                 
VF-124        
                 
VF-142        
                 
VF-143        
                 
VF-154        
                 
VF-191            
                 
VF-194        
                 
VF-201        
                 
VF-202        
                 
VF-211        
                 
VF-213        
                 
VF-301          
                 
VF-302          
                 
VX-4          
                 
VX-9        

 

 

United States Navy Fighter Weapons School

Die United States Navy Fighter Weapons School, besser bekannt als Top Gun, ist die Elite-Jagdflugschule der US Navy und war bis 1996 auf der ehemaligen Naval Air Station Miramar in Kalifornien beheimatet.

Top Gun wurde am 3. März 1969 gegründet, um Piloten Lufttaktik beizubringen und damit den relativ schlechten Leistungen der Jagdflieger im Vietnamkrieg zu begegnen.

In den 1990er Jahren wurde Top Gun zusätzlich auf Bodenangriffe ausgerichtet, um der Multi-Mission-Rolle der Trägerflugzeuge gerecht zu werden. 1996 wurde Top Gun in das Naval Strike and Air Warfare Center eingegliedert und auf die Naval Air Station Fallon nach Nevada verlegt.

   
         
   
         
       

 

Flugzeugträger

Flugzeugträger sind die grössten Schiffe, die von der Marine eingesetzt werden. Lediglich neun Länder der Welt besitzen Flugzeugträger: Frankreich, Indien, Russland, Spanien, Brasilien, Italien, Thailand, Grossbritannien sowie die Vereinigten Staaten. Die grössten und meisten Flugzeugträger gehören zur Flotte der United States Navy. Die Träger aller anderen Länder sind deutlich kleiner als die der US Navy.

Die Flugzeugträger besitzen ein flaches Deck als Start- und Landefläche für Flugzeuge. Diese werden mittels Flugzeugkatapulten auf Startgeschwindigkeit gebracht. Um die Besatzung und wartende oder geparkte Flugzeuge auf dem Flugdeck zu schützen, wird hinter einem startenden Flugzeug ein Stück des Bodens aufgeklappt, sodass die Abgasstrahlen nach oben abgelenkt werden. Der eigentliche Start erfolgt in nur wenigen Sekunden, in denen das Flugzeug auf Startgeschwindigkeit beschleunigt wird.

Um auf dem Träger zu landen, muss ein Flugzeug mit seinem Fanghaken eines von mehreren auf dem Deck ausliegenden Stahlseilen treffen. Es wird dabei innerhalb von 100 Metern zum Stehen gebracht. Bei grossen Flugzeugträgern ist das Flugdeck versetzt; dadurch haben die Flugzeuge mehr Platz. Für diese Art der Flugoperationen werden spezielle trägergestützte Flugzeuge benötigt, die für diese Belastungen ausgelegt sind.

Auf dem Flugdeck sind Besatzungsmitglieder für verschiedene Zwecke tätig. Sie werden anhand ihrer farbigen Hemden, Arbeitswesten und Helme bzw. Helmbezüge nach ihren Funktionen an Deck unterschieden.

Auf Flugzeugträgern der US Navy werden folgende Farben verwendet:

Blau   - Traktorfahrer
- Bewegen der Flugzeuge auf Deck
- Bedienung der Aufzüge
     
Braun   - Wartung der Flugzeuge
     
Gelb   - Katapulte
- Einweisung der Flugzeuge
     
Grün   - Katapultstarts
- Fangseilanlage
     
Rot   - Bewaffnung
- Hilfestellung bei Unfällen (Personenbergung, Brandbekämpfung)
     
Violett   - Betankung der Flugzeuge
     
Weiss   - Landeoffizier
- Überwachung der Flugbewegungen
- Sicherheit am Flugdeck
- medizinisches Personal (Ärzte, Sanitäter)
- Kontrolle der Flugzeug-Sauerstoffanlagen

 


Start einer Tomcat auf dem Flugzeugträger US Kitty Hawk
mit Besatzungsmitglieder

 


Eine Tomcat beim durchbrechen der Schallmauer

 


VF-84 Jolly Rogers

 


VX-9 Vampires

 


Eine Formation von F-14 Tomcat-Kampfjets über Oceana Naval Air Station in Virginia

 

Quelle: Wikipedia

 


Caroline & Marcel | Ferien | Ausflüge | Zoo |
Hobbys | Nordische Hunde | Links | News & Updates

Letzte Aktualisierung: 01. April 2018